Nachlese


Bericht vom 13. Begegnungstag der ASS - Alkohol- und Sucht- Selbsthilfe e.V.

im Bürgerhaus St. Stephan in Griesheim

Am 12. November 2005 hatte die ASS - Alkohol- und Sucht- Selbsthilfe nun schon zum 13. Mal alle Besucher der ASS-Gruppen und alle Interessierte zu einem Tag der Begegnung eingeladen. Zur besseren Planung hatte die ASS um Voranmeldung gebeten. Ca. 70 Personen hatten sich zum Begegnungstag angemeldet. Wer beschreibt unsere Überraschung, zum Beginn der Veranstaltung waren keine 70 Personen im Bürgerhaus versammelt, sonder über 100 Personen hatten den Weg zu uns ins Bürgerhaus gefunden.

Mit großer Freude durften wir zur Kenntnis nehmen, dass auch unser Bundestagsabgeordnete, der sozialpolitische Sprecher der CDU Fraktion, Herr Andreas Storm zum Begegnungstag der ASS gekommen war. Auch der Bürgermeister von Griesheim, Herr Norbert Leber, der Vorstandsvorsitzende vom Diakonischen Werk Hessen Nassau Herr Pfarrer Dr. Gern und auch die Vorsitzende vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Hessen, Frau Anne Franz war mit der Leiterin des Selbsthilfebüros in Darmstadt, Frau Claudia Krämer, waren zu uns gekommen.

In seiner Begrüßungsrede danke der Vorsitzende der ASS, Herbert Everts, alle Anwesende für ihr Kommen.

Herr Storm hob in seinem Grußwort den Stellenwert der Selbsthilfe hervor und versprach, sich auch auf höchster Ebene für die Selbsthilfe einzusetzen.

Bürgermeister Leber danke der ASS für ihren Einsatz und für die Arbeit die sie in Griesheim leitet. ER hätte nie erwartet, dass das Angebot der ASS in Griesheim so angenommen wird und solch eine gute Resonanz findet. Herr Leber sagte der ASS zu, auch für weitere Veranstaltungen bei der Raumfrage immer behilflich zu sein und wie in der Vergangenheit wird er der ASS kostenlos Räumlichkeiten zur Nutzung zur Verfügung stellen.

Der Vorstandsvorsitzende vom Diakonischen Werk Hessen Nassau teilte den Anwesenden mit, dass er immer wieder gerne zur ASS kommt und dass die Alkohol- und Sucht- Selbsthilfe die größte Selbsthilfeorganisation im Bereich des DWHN ist. ER dankte den Vorsitzenden der ASS, Herbert Everts, für seine 25 jährige Tätigkeit für das DWHN in der Suchtkrankenhilfe und überreichte ihm für seinen Einsatz in der Diakonie der Kirche das Kronenkreuz in Gold, die höchste Auszeichnung, die das Diakonische Werk zu vergeben hat.

Frau Anne Franz vom Paritätischen Wohlfahrtsverband sprach über die gute Zusammenarbeit der ASS - Alkohol- und Sucht- Selbsthilfe mit dem Selbsthilfebüro des Paritätischen Wohlfahrtsverband in Darmstadt.

Die ASS hatte den 13. Begegnungstag unter dem Motto „Emotionen und Sucht“ gestellt. Als Referentin konnte Sie die Leiterin der Fachklinik Haus Burgwald, Frau Dipl. Psych. Renate Brückner gewinnen.

Emotionen, laut Duden Gemütsbewegungen. Emotionen als plötzliche Reaktion des Organismus auf Ereignis mit physiologische, körperlichen, geistigen Veränderungen und Veränderung der Handlungsbereitschaft. Emotionen und Gefühle oft gleichbedeutend verwendet, bei Gefühl subjektive Erlebnisqualität in Mittelpunkt gestellt.

Dimensionen zur Beschreibung von Gefühlen: Intensität, Positivität/Negativität: angenehm vs. Unangenehm, Aktivierung: erregend vs. Deaktivierend, Adaption: angemessen vs. Unangemessen.

Gefühle des Menschen kann man in 4 Oberbegriffe unterteilen, Freude, Traurigkeit, Angst Ärger/Wut.

Emotionen bringen wir oft durch unsere Gesichter zum Ausdruck. Auch durch unsere Körperhaltung bringen wir Emotionen zum Ausdruck durch Mimik, Gestik, Stimme, Gesang und Körpersprache. Emotionen und Körperausdruck sind eng verbunden. Man kann über den Körperausdruck Emotionen zeigen, die Emotionen anderer erkennen, Emotionen psychosomatisch beeinflussen.

Bedeutungen von Emotionen: · Bereichern das Leben, machen das Leben farbig · Geben Antrieb, Orientierung und Richtung vor · Bestimmen entscheidend unser handeln, Nicht Rationalität (Optimierung nach Kosten und Nutzen) ist das wichtigste Kriterium für menschliches verhalten, sondern ein möglichst stabiler positiver emotionaler Zustand des Individuums · Haben Anpassungs- und Überlebensfunktion; einzelne Emotionen als sinnvolle Vorgänge mit adaptiver Funktion; positive Gefühle als Ressourcen deutbar; z.B. wird auf Andere zugegangen; negative Gefühle führen zu Verteidigung bei Bedrohung, fordern Wachsamkeit heraus · Emotionen informieren über den momentanen inneren Zustand · Lebenserfolge insbesondere von emotionaler Intelligenz abhängig; positive Emotionalität als Schlüsselqualifikation im Beruf · Emotionen können dysfunktional sein: Sie können zu unkontrollierter Informationsverarbeitung und zu zielabweichendem Verhalten führen und damit persönliche Entwicklung behindern.

Emotionen/Gefühle geben unserem Leben Intensität und Lebendigkeit.

Gefühle sind allen Menschen gemeinsam. Auch die Ausdrucksäußerungen des Gesichts, welche die Grundgefühle begleiten, sind angeboren.

Gefühle sind als etwas Positives zu betrachten, da sie dem Überleben des Organismus dienen und der Anpassung an die Umwelt.

Gefühle gehören zum ganz persönlichen Erleben eines jeden einzelnen und müssen deshalb auch in Ich-Form ausgedrückt werden.

Bedeutung der Emotionen für Suchtentwicklung:

Bedeutung der Sucht für Emotionen bei Suchtabhängigen:

  • Mit Suchtmitteln können negative Emotionen gedämpft (z.B. mit Alkohol, Haschisch, Heroin) und positive Emotionen gesteigert werden (z.B. mit Kokain)
  • Süchtige haben weniger Sensibilität für eigene Emotionen
  • Süchtige haben einen weniger adäquaten Umgang mit Emotionen: Emotionen werden eher abgewehrt (verdrängt, projiziert usw.)

Bedeutung der Emotionen für Suchtmittelkonsum:

  • Emotionalität (wie Reizbarkeit, Aggressivität) und - insbesondere negative - Emotionen (wie Ärger, Trauer) - sind Vulnerabilitätsfaktoren für Suchtmittelkonsum
  • Aktuelle Emotionen sind Auslöser bzw. Risikofaktoren für Drogenkonsum

Viele Suchtkranke müssen es erst lernen mit ihren Gefühlen zu leben. Nur so können sie in Zukunft ein trockenes zufriedenes Leben führen. Lernen die Emotionen zu beherrschen und seine Gefühle auszuleben. Das Nichtzulassen von Emotionen/Gefühle und der Ausgleich der Emotionen durch ein Suchtmittel, führt zwangsläufig weiter in die Abhängigkeit/Sucht.

Nach dem Vortrag von Frau Brückner wurden die Anwesenden zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen.

Nach der Mittagspause wurde das am Vormittag gehörte in einer Gruppenarbeit vertieft und aus Sicht der Anwesenden dargestellt.

Bei Kaffee und Kuchen klang der 13. Begegnungstag der ASS - Alkohol- und Sucht- Selbsthilfe aus.

Die Anwesenden waren voll des Lobes, konnten sie doch für sich viel vom Begegnungstag für sich mit nach Hause nehmen.